HISTORISCHER
STREIFZUG DURCH DAS CHEMISCHE LABOR
Vom 24. Oktober 2009 bis zum 10. Januar 2010
Die Ausstellung wurde vom Carl Bosch Museum Heidelberg als Wanderausstellung
konzipiert. Auf acht Themeninseln informiert sie über die Tradition chemischer
Forschung und die Herausbildung des chemischen Labors, beginnend von der
mittelalterlichen Probierkunst bis zum futuristischen Theorie-Labor der Gegenwart.
Sie versinnbildlichen Meilensteine aus der Entwicklung wissenschaftlich-praktischer Tätigkeit.
Vom 24. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010 präsentieren das Carl Bosch Museum
Heidelberg, die Stadt Bruchsal und die Staatlichen Schlösser und Gärten
Baden-Württemberg (SSG) die Wanderausstellung "Historischer Streifzug durch
das chemische Labor" im Schloss Bruchsal. Schlossraum 4 · 76646 Bruchsal
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr, Sonntag von 10 bis 17 Uhr,
Führungen für Schulklassen und Gruppen nach Vereinbahrung (insbesondere auch
außerhalb der Öffnungszeiten an Werktag Vormittagen ab 10 Uhr möglich)
Eintritt (inkl. Sonderausstellung, Deutsches Musikautomaten-Museum und Städtisches Museum)
Erwachsene 5,00 €, Kinder 2,50 €
Gruppen ab 20 Personen 4,50 € p. P.
Familienkarte 12,50 €
Anmeldung für Gruppenführungen (bis max. 25 Personen) durch die Sonderausstellung:
Tel. 07251-742661 (Schlosskasse), Fax 07251-742664,
info@schloss-bruchsal.de, www.schloss-bruchsal.de
Kosten der Gruppenführungen:
Führungen in deutscher Sprache: 30 €
Führungen in englischer oder französischer Sprache: 35 €
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Praxis
Labor
Von Tiegeln, Probierscherben,
Kupellen und Scheidekolben
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PRAXIS–LABOR
ERST PROBIEREN, DANN PRODUZIEREN
Von Tiegeln, Probierscherben, Kupellen und Scheidekolben
Diese Station ist der mittelalterlicher “Probierkunst“ der
Hüttenleute gewidmet. Sie entstand gemäß dem Sprichwort "Probieren
geht über Studieren" als kostengünstige Probeherstellung
im Kleinen für die handwerkliche Produktion im Großen.
Typische Arbeitsmittel waren Tiegel zum Schmelzen der Erze und Metalle,
Probierscherben und Kupellen zum Abtrennen der Edelmetalle vom Blei
sowie Scheidekolben, kleine Destillationskolben. Die Probierkunst
gilt als frühe Form heutiger Laborarbeit.
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Praxis
Labor
Von Phiolen, Brennkolben,
Mohrenköpfen und Galeerenöfen
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PRAXIS–LABOR
ERST PROBIEREN, DANN PRODUZIEREN
Von Phiolen, Brennkolben, Mohrenköpfen und Galeerenöfen
Auch in der praktischen Kräuterkunst wurden Verfahren ausprobiert.
Ziel war, optimale Verfahren zur Gewinnung der in Pflanzen und Tieren
enthaltenen medizinisch nutzbaren Stoffe zu entwickeln. Hierzu bediente
man sich der Arbeitsmittel, die auch in der handwerklichen Produktion
eingesetzt wurden: Phiolen zur Aufbewahrung flüchtiger Stoffe,
Brennkolben und Galeerenöfen zur Destillation. Diese mittelalterlichen
Produktionsstätten mit ihrer Probierkunst sind die Urzellen
des chemischen Labors.
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Denk-Labor
Alchemie auf Pergament mit
Tintenfass und Gänsekiel
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DENK–LABOR
STUDIEREN UND REFLEKTIEREN
Alchemie auf Pergament mit Tintenfass und Gänsekiel
Schon während der frühen mittelalterlichen Entwicklungsgeschichte
des chemischen Labors erfolgte eine erste Differenzierung der Labortätigkeiten.
Die alchemistischen Theoretiker entfernten sich zunehmend von den
praktizierenden Alchemisten. Aus dem Labor als Ort praktischer Arbeit
wurde das Studierzimmer der alchemistischen Theoretiker. Dieser Arbeitsort
war nicht mehr geprägt durch Retorten, Phiolen und Kupellen.
Damaligen Arbeitsmitteln der spekulierenden Theoretiker waren: Pergament,
Papier und Gänsekiel.
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Probier-Labor
Von Goldsuchern und Porzellanerfindern
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PROBIER–LABOR
FALSCHE THEORIE - ERFOLGREICHE PRAXIS
Von Goldsuchern und Porzellanerfindern
Der vorher präsentierten Arbeitswelt des theoretisierenden Alchemisten
ist in dieser Station das Labor alchemistischer Goldmacher gegenübergestellt.
Es ist eine geheimnisumwitterte Alchemistenküche, eingerichtet
in schwer zugänglichen Kellerräumen mit offener Feuerstelle,
gekennzeichnet durch verrußte Wände und vergitterte Fenster.
Diese Station erinnert an auch daran, dass Goldmacher oft unter Zwang
an fürstlichen Höfen gehalten wurden und ihre Probierküche
einem Gefängnis glich.
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Wissenschafts-Labor
Vom Phlogiston zum Sauerstoff
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WISSENSCHAFTS-LABOR
VOM PROBIEREN ZUM EXPERIMENTIEREN
Vom Phlogiston zum Sauerstoff
Bis zum 19. Jahrhundert gab es den Beruf des Laboranten nicht. Praktiker
des chemischen Gewerbes und Hobbychemiker, oft Mediziner, Theologen
oder Juristen, experimentierten in technisch karg ausgerüsteten
Arbeitsräumen. In dieser Entwicklungsepoche entstanden jedoch
die neuen Arbeitsmittel und Arbeitsmethoden. Experimentieren wurde
zum Hobby breiter Schichten und zentraler wissenschaftlicher Inhalt
der aufklärenden Enzyklopädisten, so in Diderots Enzyklopädie,
das 1762-1777 als erstes großes Sammelwerk erschien.
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Forschungs-Labor
Vom Expermiment zur
wirtschaftlichen Nutzung
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FORSCHUNGS–LABOR
LABORIEREN UND PRODUZIEREN
Vom Experiment zur wissenschaftlichen Nutzung
Mit Beginn des 19. Jahrhunderts stand nicht mehr das Probieren im
Mittelpunkt der Laborarbeit. Das chemische Experiment als “Erkenntnismittel
moderner Wissenschaft“ prägte nun die Laborarbeit. Das
Labor erhielt für die industrielle Nutzung eine neue wirtschaftliche
Bedeutung. So verwundert es nicht, dass Justus Liebig (1803-1873), “Vater
der modernen Chemie“, nicht nur Chemiker, sondern auch Unternehmer
war, der Chemiewerke gründete. Das Bild seines Münchner
Labors bildet den Hintergrund dieser Station.
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Forschungs-Labor
Von wissenschaftlicher
Nutzung zum Experiment
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FORSCHUNGS–LABOR
LABORIEREN UND PRODUZIEREN
Von wirtschaftlicher Nutzung zum Experiment
Im Zuge der Arbeitsteilung verselbständigte sich im 19. Jahrhundert
das Betriebslabor als Stätte der Arbeitsvorbereitung. Chemische
Werke wurden zu Kumulationspunkten forschender Chemiker. Beide Stationen
gewähren Einblicke in die neue Arbeitswelt im Wechsel zum 20.
Jahrhundert: der Geburtsstunde des uns bekannten chemischen Labors,
mit all den Glasgeräten, dem Bunsenbrenner und dem Reagenzglas.
Eine umfangreiche Modellsammlung der Arbeitsmittel von 1900 erinnert
den Besucher an den Einfallsreichtum und das handwerkliche Können
jener Zeit.
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Theorie-Labor
Erst mathematisch
Probieren, dann Experimentieren
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THEORIE–LABOR
GEDANKENEXPERIMENT ALS LABORARBEIT
Erst mathematisch Probieren, dann Experimentieren
Die Differenzierung des Labors führte auch zur Herausbildung
des Theorie-Labors, der Vorbereitungsstätte experimenteller
Laborarbeit. Heute steht sich das fast menschenleere Untersuchungslabor
für formalisierte Prozessabläufe mit hochentwickelter Labortechnik,
dem Theorie-Labor, geprägt durch verstärkten Einsatz von
Computern, diametral gegenüber. Ein Videofilm verweist auf die
Monotonie der Roboterarbeit und am Computer können Besucher
mittels moderner Programme ihre eignen chemischen Fantasien virtuell
entstehen lassen.
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