• 25 Objekte aus dem Carl Bosch Museum
    zum 25-jährigen Jubiläum der Klaus Tschira Stiftung


    Dieses Jahr wird die Klaus Tschira Stiftung 25 Jahre alt. Das Carl Bosch Museum gratuliert zum Jubiläumsjahr mit der digitalen Präsentation von 25 ausgewählten Objekten aus der Dauerausstellung sowie Schätzen aus dem Archiv des Museums. Deren wissenschaftlichen Hintergrund möchten wir Ihnen hier in den kommenden Wochen prägnant und verständlich darstellen. Ab dem 15. Mai finden Sie die wunderbaren Objekte in lockerer Reihenfolge pointiert beschrieben hier auf unserer Internetseite. Unsere Schätze wurden dafür von Mitarbeitern und Experten verschiedenster Fachgebiete, mit denen das Carl Bosch Museum im fachlichen Austausch steht, ausgesucht und beschrieben. Erfahren Sie mehr über die Hochdrucktechnik, heimische Moose und viele andere große und kleine Kostbarkeiten des Museums. Kommen Sie mit uns auf eine abwechslungsreiche, informative Reise durch das Leben und die Zeit Carl Boschs!


    1. GARAGENHAUS

    1923 im Auftrag der BASF Ludwigshafen für Carl Bosch gebaut



    Es mag verwundern unsere Objektporträts mit einem Garagenhaus zu beginnen, doch liegen darin auch die Anfänge unseres Museums. Auf den Tag genau vor 22 Jahren öffnete die Museumsgründerin Gerda Tschira erstmals die Tore, um Besuchern die herausragenden Leistungen des Chemikers und Nobelpreisträgers Carl Bosch (1874–1940) näherzubringen. Der Ort hätte nicht besser gewählt sein können. Das Garagenhaus, 1923 von der BASF für Carl Bosch als „Autohalle mit Bedienstetenwohnung“ errichtet, bezeugt als Baudenkmal zugleich den rasanten Aufschwung der Motorisierung in den 1920er-Jahren – eine Zeit, in der Automobile ein begehrtes Luxusgut waren. Die Autohalle, ein Querbau mit hölzernen Flügeltüren und sternförmigen Fenstern, bot Raum für drei Fahrzeuge. Flankiert wurde sie von zweigeschossigen Wohnhäusern, die von den Chauffeuren Karl Nutzinger und Karl Haitz sowie von der kinderreichen Familie des Obergärtners August Kern bewohnt wurden.
    Die Fertigstellung des Garagenbaus fällt in die Zeit, die Carl Boschs berufliche Laufbahn krönte: Er wird 1925 zum Vorstandsvorsitzenden der IG Farben berufen, seinerzeit mächtigster europäischer Industriekonzern. Das prächtige Anwesen der Villa Bosch, einem barocken Landschloss nachempfunden, spiegelt diesen Erfolg ebenso wieder wie die Automobile von Carl Bosch, eine seiner vielen Leidenschaften. Er war im Besitz der erstklassigsten und luxuriösesten Fahrzeuge seiner Zeit, darunter die Marken Maybach, Mercedes oder Horch. Sein Chauffeur Karl Haitz, der in Mannheim bei Benz Motorschlosser gelernt hatte, war ‚Herr‘ über die Automobile und für Wartungen zuständig. Zu diesem Zweck wurde ein Stellplatz mit einer Arbeitsgrube ausgestattet, im Keller befand sich außerdem eine Werkstatt. Auch nach der Besetzung des Garagenhauses durch die amerikanischen Streitkräfte ab 1945 erfüllte die Autohalle ihre eigentliche Funktion: Sie beherbergte die Cadillacs oder gar den Standartenwagen der ranghöchsten Militärs, deren Chauffeure nun einzogen. Heute, zu Museumszeiten, kündet ein Maybach SW 38 von der Geschichte der einstigen Autohalle.


     



    Carl Bosch jun. am Steuer eines Steyr XII, aus dem Garagenhaus fotografiert, Ende 1920er-Jahre


     


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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung


- 25 Objekte


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