• 25 Objekte aus dem Carl Bosch Museum
    zum 25-jährigen Jubiläum der Klaus Tschira Stiftung


    Dieses Jahr wird die Klaus Tschira Stiftung 25 Jahre alt. Das Carl Bosch Museum gratuliert zum Jubiläumsjahr mit der digitalen Präsentation von 25 ausgewählten Objekten aus der Dauerausstellung sowie Schätzen aus dem Archiv des Museums. Deren wissenschaftlichen Hintergrund möchten wir Ihnen hier in den kommenden Wochen prägnant und verständlich darstellen. Ab dem 15. Mai finden Sie die wunderbaren Objekte in lockerer Reihenfolge pointiert beschrieben hier auf unserer Internetseite. Unsere Schätze wurden dafür von Mitarbeitern und Wissenschaftlern verschiedenster Fachgebiete, mit denen das Carl Bosch Museum im regen akademischen Austausch steht, ausgesucht und beschrieben. Erfahren Sie mehr über die Hochdrucktechnik, heimische Moose und viele andere große und kleine Kostbarkeiten des Museums. Kommen Sie mit uns auf eine abwechslungsreiche, informative Reise durch das Leben und die Zeit Carl Boschs!


     
    13. Schiffsreisen in die USA


     


    In seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der BASF, später der IG Farben, unternahm Carl Bosch mehrere Reisen nach Amerika. Die Passage von Deutschland nach New York dauerte in der Regel eine Woche und erfolgte auf luxuriösen Passagierschiffen. Diese erfreuten sich ab dem Ende der 1920er Jahre zunehmender Beliebtheit und es fehlte, insbesondere in den oberen Klassen, an keinerlei Komfort.
    So gab eine der führenden Schifffahrtsgesellschaften, der Norddeutsche Lloyd, eigens für seine Flotte bei der namhaften Porzellanmanufaktur Hutschenreuther Geschirr in Auftrag. Das Angebot reichte von einfachem Gebrauchsgeschirr bis hin zu fein gearbeiteten Mokkatassen (s. Abb. oben). Aufwändig gestaltete Speisekarten in allen Klassen zeigen sehr anschaulich, dass das kulinarische Angebot schon damals zu einem immer wichtiger werdenden Werbeargument für das jeweilige Schiff wurde (s. Abb. unten). Zudem gab es während der Überfahrt ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm mit musikalischen Darbietungen, sportlichen Aktivitäten und Filmvorführungen.


    Aus den erhaltenen Passagierlisten geht hervor, dass Carl Bosch 1923 seine erste Amerika-Reise in Begleitung seines persönlichen Assistenten Ernst Schwarz an Bord der Albert Ballin unternahm. Bei Reisenden der ersten Klasse wurde im Übrigen bei der Einreise in die USA auf die sonst übliche Quarantäneuntersuchung verzichtet. Anlass der Reise waren Boschs Bemühungen, die internationale Zusammenarbeit großer Industrieunternehmen zu fördern. Er war überzeugt, dass durch wirtschaftliche Verflechtungen jedes Land mehr am Wohlergehen seines Handelspartners interessiert sein müsse. Darüber hinaus sah er den Exportmarkt für die deutsche chemische Industrie zunehmend bedroht und suchte nach neuen Absatzmöglichkeiten.
    Carl Bosch und Ernst Schwarz führten zahlreiche Gespräche mit Verantwortlichen der chemischen Industrie. Der Besuch bei den Ford-Werken in Detroit diente dem Studium der amerikanischen Produktionsweise und bei der Besichtigung der Elektrizitätswerke an den Niagarafällen standen Fragen der Energiegewinnung im Zentrum. Daneben verblieb auch Zeit zum Besuch von Museen, Galerien sowie botanischen und zoologischen Gärten. Nach dreimonatigem Aufenthalt kehrte Carl Bosch mit vielfältigen Eindrücken nach Deutschland zurück.


    Seine letzte Amerika-Reise unternahm Carl Bosch gemeinsam mit seiner Familie im Sommer 1936. Diese Reise hatte jedoch rein privaten Charakter: Sein Sohn heiratete in den Vereinigten Staaten Ina Borchers, die Tochter eines deutschen Diplomaten.


     


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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung - 25 Objekte


Hier finden Sie am Jahresende alle bisher veröffentlichten Objekte zusammengefasst in einer Datei