• 25 Objekte aus dem Carl Bosch Museum
    zum 25-jährigen Jubiläum der Klaus Tschira Stiftung


    Dieses Jahr wird die Klaus Tschira Stiftung 25 Jahre alt. Das Carl Bosch Museum gratuliert zum Jubiläumsjahr mit der digitalen Präsentation von 25 ausgewählten Objekten aus der Dauerausstellung sowie Schätzen aus dem Archiv des Museums. Deren wissenschaftlichen Hintergrund möchten wir Ihnen hier in den kommenden Wochen prägnant und verständlich darstellen. Ab dem 15. Mai finden Sie die wunderbaren Objekte in lockerer Reihenfolge pointiert beschrieben hier auf unserer Internetseite. Unsere Schätze wurden dafür von Mitarbeitern und Wissenschaftlern verschiedenster Fachgebiete, mit denen das Carl Bosch Museum im regen akademischen Austausch steht, ausgesucht und beschrieben. Erfahren Sie mehr über die Hochdrucktechnik, heimische Moose und viele andere große und kleine Kostbarkeiten des Museums. Kommen Sie mit uns auf eine abwechslungsreiche, informative Reise durch das Leben und die Zeit Carl Boschs!


     
    14. INSEKTENSCHRANK ZUR AUFBEWAHRUNG VON KÄFERN
    Holz, 188 x 118 x 50 cm, 1920er Jahre


    Beitrag von Dr. Damir Kovac, Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt



    Der hier gezeigte Sammlungsschrank stand im Erdgeschoss der Villa Pietsch, in dem die Insekten-Sammlungen von Carl Bosch untergebracht waren. Bosch erwarb die zur Villa Bosch benachbarte Villa 1925, um Platz für seine umfangreichen naturkundlichen Sammlungen zu schaffen („Haus der Sammlungen“). Die meisten der über dreißig Insekten-Sammlungsschränke wurden, wie auch der hier gezeigte Schrank, von dem Schlierbacher Schreinermeister Georg Weller angefertigt. Sie enthielten jeweils 40 dicht schließende Insektenkästen, die auf Nut und Feder gearbeitet waren, um die Sammlungsobjekte vor Schädlingen zu schützen. Carl Bosch sammelte von Jugend an Tiere, Pflanzen und Mineralien und führte von 1892 bis 1914 ein - leider verschollenes - Feld-Tagebuch. Er blieb zeitlebens ein begeisterter Naturforscher und nutzte jede Gelegenheit, um seinem Hobby nachzugehen. So ist es überliefert, dass er während einer Betriebsleiterversammlung im Freien plötzlich mit seinem Hut nach einem Käfer schlug und sich freute, auf diese Weise einen guten Fang gemacht zu haben. Bosch vergrößerte kontinuierlich seine Sammlungen, indem er Forschungsreisen finanzierte (z. B. in den Libanon) und zahlreiche Sammlungen kaufte. Für die kuratorische Arbeit stellte Bosch 1928 den Insektenkundler Max Hüther ein, der in der Villa Pietsch wohnte. Darüber hinaus erwies sich Bosch als ein großzügiger Mäzen der Insektenkunde. So schlug er dem katholischen Pfarrer Monsignore Adolf Horion (dem späteren „Vater der deutschen Faunistik“) vor, ein Verzeichnis der Käfer Deutschlands und ihrer Verbreitung zusammenzutragen. Bosch finanzierte sowohl dessen mehrmonatige Museums-Studien als auch den Druck des ersten Bandes der „Faunistik der deutschen Käfer“ (1941).


    Der nach Carl Bosch benannte Laufkäfer Oreonebria castanea boschi wurde von Carl Bosch und Max Hüther in Blockhalden bei Heidelberg entdeckt. Foto: Ortwin Bleich.


    Fotos oben:
    Links: Insektenschrank zur Aufbewahrung von Käfern.
    Rechts: Insektenkasten aus der Käfersammlung Carl Bosch, heute im Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main. Die Sammlung enthält etwa 600000 Käfer-Exemplare aus 26300 Arten. Foto: Sven Tränkner.





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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung - 25 Objekte


Hier finden Sie am Jahresende alle bisher veröffentlichten Objekte zusammengefasst in einer Datei