• 25 Objekte aus dem Carl Bosch Museum
    zum 25-jährigen Jubiläum der Klaus Tschira Stiftung


    Dieses Jahr wird die Klaus Tschira Stiftung 25 Jahre alt. Das Carl Bosch Museum gratuliert zum Jubiläumsjahr mit der digitalen Präsentation von 25 ausgewählten Objekten aus der Dauerausstellung sowie Schätzen aus dem Archiv des Museums. Deren wissenschaftlichen Hintergrund möchten wir Ihnen hier in den kommenden Wochen prägnant und verständlich darstellen. Ab dem 15. Mai finden Sie die wunderbaren Objekte in lockerer Reihenfolge pointiert beschrieben hier auf unserer Internetseite. Unsere Schätze wurden dafür von Mitarbeitern und Wissenschaftlern verschiedenster Fachgebiete, mit denen das Carl Bosch Museum im regen akademischen Austausch steht, ausgesucht und beschrieben. Erfahren Sie mehr über die Hochdrucktechnik, heimische Moose und viele andere große und kleine Kostbarkeiten des Museums. Kommen Sie mit uns auf eine abwechslungsreiche, informative Reise durch das Leben und die Zeit Carl Boschs!


     
    18. NOBELURKUNDE
    Papier, Leder, 23 x 35 cm, 1931



    Im November 1931 erhielt Carl Bosch die Nachricht, dass er den Nobelpreis für Chemie erhalten würde: Die krönende Auszeichnung seiner wissenschaftlichen Laufbahn.
    Wegen der damals noch sehr kurzen Zeitspanne zwischen Bekanntgabe und Preisverleihung am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, war es in den Anfangsjahren des Nobelpreises nicht jedem Preisträger möglich, nach Stockholm zu reisen. So befand sich Albert Einstein im Jahr seiner Auszeichnung gerade auf einer Auslandsreise und konnte sie nicht persönlich entgegennehmen. Carl Bosch dagegen reiste im Dezember 1931 mit seiner Familie nach Stockholm. Nachdem er seit 1916 wiederholt für den Nobelpreis nominiert war, u.a. von Hermann Pauly (1916 zusammen mit Fritz Haber!) sowie 1929 von Albert Einstein, war der Tag der größtmöglichen Auszeichnung nun gekommen.
    Im Konzerthaus in Stockholm überreichte der schwedische König Gustav V. den Nobelpreis des Jahres 1931 für Chemie an Carl Bosch und Friedrich Bergius zu gleichen Teilen. In der bis heute äußerst feierlichen Zeremonie wurden neben dem Preisgeld die Urkunden und Medaillen überreicht.
    Die Urkunden sind seit der ersten Preisvergabe im Jahr 1901 Unikate, die nur für den jeweiligen Preisträger angefertigt werden. Edelste Materialien wie eigens dafür angefertigtes geschöpftes Papier, sogenanntes Büttenpapier, und ausgesuchte Leder werden dafür verwendet.
    So hat die Nobelurkunde einen Ledereinband aus feinstem Ziegenleder, der mit individuellen Elementen verziert ist. Auf der Urkunde für Carl Bosch stehen zentral seine kunstvoll ineinander verschlungenen Initialen. Die Ecken enthalten die Initialen Alfred Nobels. Auch auf der Außenseite, der extra dafür angefertigten und innen mit bestem Schweinevelourleder ausgeschlagenen Box, findet sich das Monogramm des Preisträges.
    Die Innenseite variiert in der Ausstattung, oft nimmt sie neutrale jährliche Themen auf, wie Vögel, Blumen oder Vasen. Individuelle, auf den Preisträger zugeschnittene Motive sind dagegen eher selten zu finden. Der Text folgt hingegen einem festen Muster: Die Person wird aufgeführt, an die der Preis vergeben wird; das Jahr der Verleihung wird genannt und eine kurze Begründung gegeben, warum der Preis jeweils zuerkannt wird.
    Auf der linken Innenseite der Urkunde für Carl Bosch ist zu lesen, dass die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften am 12. November 1931 beschlossen hat, den Preis für Chemie ganz nach den Statuten des Testaments von Alfred Nobel vom 27. November 1895 demjenigen, der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat, zu geben. Und dies ist in diesem Jahr, so sieht man schließlich auf der rechten Innenseite der Urkunde, Carl Bosch. Er bekommt den Preis als Anerkennung für seine Verdienste zur chemischen Hochdruckmethode, deren Ursprung und Entwicklung. Unterzeichnet wurde das Dokument von Nils Wohlin, dem Präsidenten, und Henrik Gustaf Söderbaum, dem Ständigen Sekretär der Akademie.
    Sowohl auf der Außen- wie auch auf der Innenseite findet sich das Staatswappen mit den drei kleineren Kronen und der Königskrone – den sogenannten ‚Tre Kronor'. Im oberen Medaillon auf der rechten Innenseite steht „für die Nachwelt", im unteren die Königliche Akademie der Wissenschaften. Als Künstler dieser wunderbar klassisch ausgestalteten Urkunde ist am unteren Rand E. Örenblad genannt.


     


    Nachbildung, Original: Archiv der Max Planck Gesellschaft, Berlin

     

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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung - 25 Objekte


Hier finden Sie am Jahresende alle bisher veröffentlichten Objekte zusammengefasst in einer Datei