• 25 Objekte aus dem Carl Bosch Museum
    zum 25-jährigen Jubiläum der Klaus Tschira Stiftung


    Dieses Jahr wird die Klaus Tschira Stiftung 25 Jahre alt. Das Carl Bosch Museum gratuliert zum Jubiläumsjahr mit der digitalen Präsentation von 25 ausgewählten Objekten aus der Dauerausstellung sowie Schätzen aus dem Archiv des Museums. Deren wissenschaftlichen Hintergrund möchten wir Ihnen hier in den kommenden Wochen prägnant und verständlich darstellen. Ab dem 15. Mai finden Sie die wunderbaren Objekte in lockerer Reihenfolge pointiert beschrieben hier auf unserer Internetseite. Unsere Schätze wurden dafür von Mitarbeitern und Wissenschaftlern verschiedenster Fachgebiete, mit denen das Carl Bosch Museum im regen akademischen Austausch steht, ausgesucht und beschrieben. Erfahren Sie mehr über die Hochdrucktechnik, heimische Moose und viele andere große und kleine Kostbarkeiten des Museums. Kommen Sie mit uns auf eine abwechslungsreiche, informative Reise durch das Leben und die Zeit Carl Boschs!


     
    24. EISEN-NICKEL-METEORITEN
    Fundorte: Muonionalusta in Nordschweden und Streufeld Campo del Cielo, Argentinien


    Beitrag von Dr. Holger Mandel, ehemaliger Mitarbeiter der Landessternwarte am Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg



    Carl Bosch und seine himmlischen Boten
    Als großer Naturliebhaber unterhielt Carl Bosch nicht nur eine eigene Sternwarte, er besaß auch eine exzellente Mineraliensammlung mit rund 25.000 Stufen, darunter auch fast 600 Meteoriten. Diese Sammlung wurde 1951 der Yale University für 15 Jahre als Leihgabe zur Verfügung gestellt und danach ans Naturkundemuseum der Smithsonian Institution in Washington verkauft. In Boschs Meteoritensammlung waren neben den drei Hauptklassen von Stein-, Eisen- und Stein-Eisen-Meteoriten, die als differenzierte Meteorite bezeichnet werden, auch seltene kohlige Chondrite vertreten. Diese zählen wie die gewöhnlichen Chondrite zu den undifferenzierten Meteoriten, mit einer Zusammensetzung aus der Frühphase unseres Sonnensystems. Erst wenn sich aus diesem Material größere Körper wie Planeten oder Asteroiden bildeten, begann in deren Inneren, vor allem durch radioaktive Zerfälle, ein Aufschmelzungsprozess. Bei diesem wurden die schwereren Elemente im Kern und die leichten Bestandteile in der Kruste angereichert und führten wie bei der Erde zu einem abgestuften schalenartigen Aufbau. Bei Kollisionen solcher Objekte entstanden dann Fragmente, die den schwereren Eisenmeteoriten aus dem Kern, den Steinmeteoriten aus der Kruste oder den Stein-Eisen-Meteoriten aus der Zwischenzone zugeordnet werden können. Aus der alten Sammlung sind leider keine Exponate im Carl Bosch Museum vorhanden. In den letzten Jahren konnten jedoch wieder einige Exponate zusammengetragen werden, die zumindest die Haupttypen dokumentieren.


    Die obere Abbildung zeigt einen Eisen-Nickel-Meteoriten vom Fundort Muonionalusta in Nordschweden mit einem Gewicht von 194 Gramm. Das Stück wurde aufgeschnitten, angeschliffen, poliert und geätzt. Es zeigt neben einem Troilit-Einschluss auch die charakteristischen Widmannstättschen Figuren, die nur dann entstehen, wenn eine homogene Eisen-Nickel-Legierung sehr langsam über mehrere Millionen Jahre abkühlt. Dieser Prozess lässt sich auf der Erde nicht realisieren und ist ein eindeutiger Nachweis für die außerirdische Herkunft.
    In der unteren Abbildung ist ein weiterer Eisen-Nickel-Meteorit mit einem Gewicht von 516 Gramm aus dem Streufeld Campo del Cielo in Argentien zu sehen. Das Vorkommen wurde bereits 1576 von den Spaniern entdeckt. In einem Bereich von 26 Kratern wurden bisher mehr als 100 Tonnen Meteoritenmaterial gefunden, darunter auch Fragmente mit einem Einzelgewicht bis 37 Tonnen.



     


     


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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung - 25 Objekte


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