• 25 Objekte aus dem Carl Bosch Museum
    zum 25-jährigen Jubiläum der Klaus Tschira Stiftung


    Dieses Jahr wird die Klaus Tschira Stiftung 25 Jahre alt. Das Carl Bosch Museum gratuliert zum Jubiläumsjahr mit der digitalen Präsentation von 25 ausgewählten Objekten aus der Dauerausstellung sowie Schätzen aus dem Archiv des Museums. Deren wissenschaftlichen Hintergrund möchten wir Ihnen hier in den kommenden Wochen prägnant und verständlich darstellen. Ab dem 15. Mai finden Sie die wunderbaren Objekte in lockerer Reihenfolge pointiert beschrieben hier auf unserer Internetseite. Unsere Schätze wurden dafür von Mitarbeitern und Wissenschaftlern verschiedenster Fachgebiete, mit denen das Carl Bosch Museum im regen akademischen Austausch steht, ausgesucht und beschrieben. Erfahren Sie mehr über die Hochdrucktechnik, heimische Moose und viele andere große und kleine Kostbarkeiten des Museums. Kommen Sie mit uns auf eine abwechslungsreiche, informative Reise durch das Leben und die Zeit Carl Boschs!


     
    25. NOBELMEDAILLE
    18k Gold, Durchmesser 6,3 cm



    Am 10. Dezember 1931 bekam Carl Bosch den Nobelpreis für Chemie in einer feierlichen Zeremonie in Stockholm verliehen. Der Tradition entsprechend überreichte ihm der schwedische König Gustav V. neben der Urkunde (Objekt 18) die Nobelmedaille.
    Diese wird seit der ersten Verleihung im Jahr 1901 handgefertigt und besteht aus 18 Karat Gold. Die Medaillen für Chemie und Physik wurden vom schwedischen Bildhauer, Medailleur und Graveur Erik Lindberg (1873-1966) gestaltet und zeigen auf der Vorderseite das Porträt Alfred Nobels mit den Jahreszahlen seines Geburts- und Sterbejahres, 1833-1896. Das Porträt Nobels ist auch auf den Medaillen für Medizin und Literatur zu sehen, doch in leicht abgewandelter Form. Die Rückseiten dagegen sind unterschiedlich gestaltet.
    Auf derjenigen für die Chemiepreisträger, die wie die Vorderseite von Erik Lindberg (kleine Gravur am rechten Rand der Rückseite) entworfen wurde, ist die Natur in Form der Gottheit Isis dargestellt. Sie taucht gleichsam aus Wolken auf und hält in ihrer Hand ein Füllhorn. Über sie wird vom Genius der Wissenschaften ein Tuch gehalten, ihr Gesicht wirkt sehr streng. In der oberen Hälfte der Medaille läuft die Schrift "Inventas vitam iuvat excoluisse per artes" entlang des Randes, "Lasst uns das Leben durch die Künste verbessern". Dieser Satz ist aus Vergils Äneas genommen: Der Held Äneas begibt sich in der Unterwelt auf die Suche nach denjenigen, die große Beiträge zur Menschheit geleistet haben. Dies entspricht genau dem Leitgedanken, dass diejenigen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden, die Großes für die Menschheit bewirkt haben.
    Unter den beiden Figuren ist der Name des jeweiligen Nobelpreisträgers zu sehen, in unserem Fall der Carl Boschs. Am unteren Rand umlaufend steht "REG. ACAD. SCIENT. SUEC.", die preisverleihende königlich schwedische Akademie der Wissenschaften. Ganz zart kann man noch "NATURA SCIENTIA", Naturwissenschaft, erkennen, passend zum Fachgebiet Chemie.
    Nach der überaus feierlich gestalteten Zeremonie mit Reden, Musik und als Höhepunkt die Übergabe von Medaillen und Urkunden an die Nobelpreisträger, folgt als fester Bestandteil einer jeden Nobelpreisverleihung in Stockholm das prunkvolle Bankett. Carl Bosch und seine Familie durften 1931 unter anderem bei Cremesuppe, Seezunge, Ente, Petits Fours und anderen Köstlichkeiten den weiteren Abend genießen. Aus Berichten wissen wir, wie beeindruckend der gesamte Aufenthalt in Stockholm für Carl Bosch und seine Familie gewesen sein muss und die Tage dort noch lange sehr präsent waren. Im Carl Bosch Museum ist ein exakter Abguss des Originals zu bewundern.


     


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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung - 25 Objekte


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