• 25 Objekte aus dem Carl Bosch Museum
    zum 25-jährigen Jubiläum der Klaus Tschira Stiftung


    Dieses Jahr wird die Klaus Tschira Stiftung 25 Jahre alt. Das Carl Bosch Museum gratuliert zum Jubiläumsjahr mit der digitalen Präsentation von 25 ausgewählten Objekten aus der Dauerausstellung sowie Schätzen aus dem Archiv des Museums. Deren wissenschaftlichen Hintergrund möchten wir Ihnen hier in den kommenden Wochen prägnant und verständlich darstellen. Ab dem 15. Mai finden Sie die wunderbaren Objekte in lockerer Reihenfolge pointiert beschrieben hier auf unserer Internetseite. Unsere Schätze wurden dafür von Mitarbeitern und Wissenschaftlern verschiedenster Fachgebiete, mit denen das Carl Bosch Museum im regen akademischen Austausch steht, ausgesucht und beschrieben. Erfahren Sie mehr über die Hochdrucktechnik, heimische Moose und viele andere große und kleine Kostbarkeiten des Museums. Kommen Sie mit uns auf eine abwechslungsreiche, informative Reise durch das Leben und die Zeit Carl Boschs!


     
    3. WELLENBADSCHAUKEL
    Feuerverzinktes Blech, nach 1894



    Im väterlichen Betrieb, einer Großhandlung für Installationsbedarf in Köln, hatte der junge Carl Bosch ungehindert Zugang zur angeschlossenen Werkstatt. Dort durfte er unter Aufsicht des anwesenden Meisters tüfteln und sich handwerklich probieren, was sicherlich großen Einfluss auf seine spätere Berufswahl hatte. Der Vater zählte zu den Honoratioren des Kölner Kaufmannstandes und engagierte sich u.a. bei der Gründung des Kaufmännischen Verein und der Handelshochschule. Er ermöglichte Carl Bosch und seinen Geschwistern eine solide Ausbildung. In diesem gutbürgerlich, wohlhabenden Umfeld vermittelte er seinen Kindern darüber hinaus durch zahlreiche Ausflüge die Liebe zur Natur, die noch Thema bei späteren Objektbeschreibungen sein werden.
    In der Firma sah Carl Bosch auch eine der modernsten und heute kurios anmutenden Errungenschaften der Zeit, eine Schaukelbadewanne. Sie wurde in großer Stückzahl seit Ende des 19. Jahrhunderts produziert und faszinierte die damaligen Käufer. Viele badeten noch oft in öffentlichen Badehäusern. In den oftmals beengten Wohnverhältnissen öffneten die kompakten Maße der neu entwickelten Wanne hier eine neue Perspektive. Durch das relativ geringe Gewicht ließ sie sich zudem leicht transportieren und fand so schnell ihre Abnehmer.
    Im Bestand des Carl Bosch Museums befindet sich eine vom Klempner Carl Dittmann aus Berlin konstruierte Badewanne. Er ließ diese Wellenbadeschaukel mit einem Patent schützen, das er 1894 an die Firma für Badeapparate „Moosdorf & Hochhäusler" in Berlin verkaufte. Diese neue Errungenschaft hielt auch nicht zuletzt aufgrund des recht erschwinglichen Preises in vielen privaten Haushalten Einzug, ein enormer Fortschritt im Bereich der Körperhygiene.
    Schaukelbadewannen besaßen mehrere Funktionen, sie konnten als Sitz- oder Schwitzbad ebenso verwendet werden wie für ein Vollbad. Der gewölbte Boden ermöglichte eine Art Wellenbad. Durch Anziehen und Strecken der Beine erfolgte eine Schwerpunktverlagerung des Badenden und die Badewanne wurde in Schaukelbewegung versetzt, sodass das Wasser auf diese Weise wellenartig über den Badenden strömte. Weitere Firmen versuchten am Erfolg teilzuhaben und konstruierten ähnliche Modelle auch mit seitlichen Wellenbewegungen. Populärstes Modell blieb aber die im Museum ausgestellte Wellenbadschaukel nach Carl Dittmann.


    Detail Wellenbadschaukel
    Detail: Firmensignet


     


     


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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung - 25 Objekte


Hier finden Sie am Jahresende alle bisher veröffentlichten Objekte zusammengefasst in einer Datei