• 25 Objekte aus dem Carl Bosch Museum
    zum 25-jährigen Jubiläum der Klaus Tschira Stiftung


    Dieses Jahr wird die Klaus Tschira Stiftung 25 Jahre alt. Das Carl Bosch Museum gratuliert zum Jubiläumsjahr mit der digitalen Präsentation von 25 ausgewählten Objekten aus der Dauerausstellung sowie Schätzen aus dem Archiv des Museums. Deren wissenschaftlichen Hintergrund möchten wir Ihnen hier in den kommenden Wochen prägnant und verständlich darstellen. Ab dem 15. Mai finden Sie die wunderbaren Objekte in lockerer Reihenfolge pointiert beschrieben hier auf unserer Internetseite. Unsere Schätze wurden dafür von Mitarbeitern und Wissenschaftlern verschiedenster Fachgebiete, mit denen das Carl Bosch Museum im regen akademischen Austausch steht, ausgesucht und beschrieben. Erfahren Sie mehr über die Hochdrucktechnik, heimische Moose und viele andere große und kleine Kostbarkeiten des Museums. Kommen Sie mit uns auf eine abwechslungsreiche, informative Reise durch das Leben und die Zeit Carl Boschs!


     
    7. SCHLAG-RINGSCHLÜSSEL
    Stahl, Länge 36 cm, Masse 3,2 kg, 2. Hälfte 20. Jahrhundert



    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte die BASF in ihren firmeneigenen Werkstätten die ersten industriellen Hochdruckapparate zur massenhaften Herstellung von Kunstdünger (siehe Objekt 2, Haber-Bosch-Anlage). Dieses Projekt stand unter der Leitung von Carl Bosch, und es galt, große technische Schwierigkeiten zu überwinden. Eine Herausforderung war der für das Verfahren erforderliche enorme Druck von 300 bar. Dieser wirkte so, als würde ein Gewicht von 300 kg gegen jeden einzelnen Quadratzentimeter Innenfläche der Hochdruckbehälter pressen. Zum Vergleich: Ein Autoreifen wird mit 2 bis 3 bar aufgepumpt. Um den Druck beherrschen zu können, experimentierte Carl Bosch mit dem Werkstoff Stahl. Entsprechend dick mussten die Wände dieser Stahlbehälter sein, und entsprechend groß waren die Schäden, als anfänglich einige von ihnen explodierten. Die Wirkung war ähnlich der einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Behälter zerplatzten unter dem Druck, weil sie Wasserstoff enthielten, der ihrem Stahl langsam die Festigkeit nahm. Auf die riesigen Schrauben und Muttern, die ihre Verschlussdeckel hielten, war jedoch von Anfang an Verlass.
    Einer der speziellen Schraubenschlüssel, die hier gebraucht wurden, war der Schlag-Ringschlüssel. Während sein Ring die Mutter umfasste, wurde sein Ende mit den Schlägen eines Vorschlaghammers vorangetrieben. Die Spuren der Hammerschläge sind bei diesem Schlüssel gut zu erkennen.
    Eine kompliziertere aber genauere Vorgehensweise war, im kleinen Loch des Schlüssels ein Stahlseil zu befestigen, das am Schlüsselende zog. Im Gegensatz zu den Hammerschlägen war die Zugkraft des Seiles messbar, und so ließ sich genau berechnen, wie fest der Schlüssel die Mutter drehte.
    Hergestellt wurde der Schlag-Ringschlüssel von der Firma „Stahlwille Eduard Wille GmbH & Co. KG" aus Wuppertal. Sie wurde 1862 gegründet und seit 1901 produziert sie bis heute Spezialwerkzeuge für die Metall- und Maschinenindustrie.
    Im Carl Bosch Museum gibt es in der Hochdruckwerkstatt eine Wandhalterung mit sieben großen Schraubenschlüsseln. Dort ist er der einzige Schlag-Ringschlüssel.



     


     


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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung - 25 Objekte


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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung - 25 Objekte


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