• 25 Objekte aus dem Carl Bosch Museum
    zum 25-jährigen Jubiläum der Klaus Tschira Stiftung


    Dieses Jahr wird die Klaus Tschira Stiftung 25 Jahre alt. Das Carl Bosch Museum gratuliert zum Jubiläumsjahr mit der digitalen Präsentation von 25 ausgewählten Objekten aus der Dauerausstellung sowie Schätzen aus dem Archiv des Museums. Deren wissenschaftlichen Hintergrund möchten wir Ihnen hier in den kommenden Wochen prägnant und verständlich darstellen. Ab dem 15. Mai finden Sie die wunderbaren Objekte in lockerer Reihenfolge pointiert beschrieben hier auf unserer Internetseite. Unsere Schätze wurden dafür von Mitarbeitern und Wissenschaftlern verschiedenster Fachgebiete, mit denen das Carl Bosch Museum im regen akademischen Austausch steht, ausgesucht und beschrieben. Erfahren Sie mehr über die Hochdrucktechnik, heimische Moose und viele andere große und kleine Kostbarkeiten des Museums. Kommen Sie mit uns auf eine abwechslungsreiche, informative Reise durch das LebEen und die Zeit Carl Boschs!


     


    8. PROMOTIONSURKUNDE
    Papier auf Karton aufgezogen, 1898



    Am 9. August 1898 bekam Carl Bosch in Leipzig als krönenden Höhepunkt der universitären Ausbildung seine Doktorurkunde überreicht.
    Nachdem er zunächst vier Semester Chemie und Hüttenkunde an der Königlich Technischen Hochschule zu Berlin studiert hatte und nur Universitäten das Promotionsrecht hatten, wechselte er zum Chemiestudium an die Universität Leipzig. Die Auflistung der von ihm belegten Kurse zeigt, dass er neben den einschlägigen Vorlesungen auch Veranstaltungen zur Mineralogie und zur Naturgeschichte der Insekten besuchte. Dies zeigt schon sehr schön seine späteren beruflichen wie privaten Beschäftigungsfelder.
    Nach vier weiteren Semestern hatte Carl Bosch sein Studium abgeschlossen und bewarb sich um die Doktorwürde. Entsprechend den Zulassungsbedingungen war es nötig, dass sich zwei Ordinarien für den jungen Doktoranden verbürgten. In seinem Fall waren dies Johannes Wislicenus (Chemie) und Gustav Wiedemann (Physik), die der Bitte ohne zu zögern nachkamen, da sie Bosch als äußerst begabten Chemiker kennengelernt hatten.
    Seine Arbeit „Über die Kondensation von Dinatriumacetondicarbonsäurediaethylester mit Bromacetophenon" reichte er am 12. Mai 1898 ein, verbunden mit der Bitte, seine vier Studiensemester an der technischen Hochschule als zwei Universitätssemester anzuerkennen. Die entsprechenden Gebühren von 200 Mark waren selbstverständlich beglichen und seine Zeugnisse, eine ehrenwörtliche Erklärung sowie ein kurzer Lebenslauf waren beigefügt. Das Rigorosum fand – für heute unvorstellbar schnell – bereits 12 Tage später, am 24. Mai 1898 statt und Bosch erhielt die Bestnote 1 („sehr zufriedenstellend", „vortrefflich", „der Candidat besitzt sehr wohlgeordnete und umfassende Kenntnisse, No 1"). Wie auf dem im Archiv des Museums vorliegenden Original der Promotionsurkunde zu sehen ist, wurde ihm damit der Titel des ‚Doktors der Philosophie und Magister bonarum auf Grund der ausgezeichneten Dissertation und dem mit summa cum laude superata abgelegten Examens' zuerkannt.
    Im Anschluss hatte er für einige Monate eine befristete Assistentenstelle inne, doch weitere Stellen an der Universität waren zu seinem Bedauern nicht in Aussicht. So bewarb er sich schließlich, auch auf Anraten seines Vaters und von Johannes Wislicenus, bei der Badischen Anilin- und Sodafabrik. Am 15. April 1899 trat er in die BASF als Chemiker ein, wo ihn seine berufliche Laufbahn schließlich bis zum Vorstandsvorsitzenden führte.


     


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25 Jahre Klaus Tschira Stiftung - 25 Objekte


Hier finden Sie am Jahresende alle bisher veröffentlichten Objekte zusammengefasst in einer Datei